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Beratung am Punkt: Matura geschafft! Was jetzt?

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Beratung am Punkt – Unsere BeraterInnen im Interview
Anita Auckenthaler beantwortet die Fragen von Martin Weber

Heute darf ich Anita zum ersten Mal zum Interview bitten, und möchte mit dir über die Situation der MaturantInnen sprechen. Haben sie, deinen Erfahrungen nach, in diesem außergewöhnlichen Schuljahr alle Hürden genommen und können zielstrebig ihren Weg weitergehen oder sind da noch Fragen offen?

Es gibt in der Tat zahlreiche MaturantInnen, die schon lange einen festen Plan haben, womit sie an die erfolgreich abgelegte Matura anschließen wollen. Es gibt aber AbsolventInnen, die zwar gerade eine Herausforderung bewältigt haben, für die aber jetzt noch eine weitere Entscheidung und Herausforderung ansteht. Sie haben noch keine klare Antwort auf die Fragen: Wie will ich weitermachen? Welchen der vielen möglichen Wege möchte ich beschreiten?

Kannst du Beispiele dafür geben?

Ja, gerne. Manche der jungen Leute sehen das als sehr wichtige und weitreichende Entscheidung, empfinden die Situation als Last und haben Angst, eine „falsche“ Entscheidung zu treffen. Dazu kommen oft noch ausgesprochene oder unausgesprochene Erwartungen des näheren Umfelds, z.B. der Familie. Das kann schon ordentlich Stress machen.

Manche sind in der Entscheidungsfindung von der Vielzahl der Möglichkeiten nach der Matura überfordert. Wieder andere haben sich noch nicht genügend über die Möglichkeiten informiert, also kennen sie sie nicht ausreichend. Schließlich gibt es auch noch jene, die die Matura nicht nur als ein Meilenstein auf ihrem Bildungsweg sehen, sondern sich grundsätzlich mit ihrer Zukunft auseinandersetzen und sich fragen: Wer bin ich? Was interessiert mich? Was möchte ich aus meinem Leben machen?

Das klingt danach, als ob das auch für dich als Beraterin eine ordentliche Herausforderung ist?

Ist es. Aber es ist eine interessante Herausforderung. Wie immer, wenn komplexere Entscheidungen zu treffen sind, kann man DEN richtigen Weg nicht aus der Schublade ziehen. Ich kann aus meiner Erfahrung heraus aber sehr empfehlen, möglichst früh (nicht erst im Maturajahr oder danach) anzufangen über die Zukunft nachzudenken, Pläne zu entwickeln, Wünsche zu formulieren und Informationen zu sammeln. Sehr hilfreich kann es dabei sein, die eigenen Überlegungen zu teilen, mit anderen zu reflektieren, verschiedene Sichtweisen einzubauen und sich daraus neue Anregungen zu holen. Freunde, Bekannte und Verwandte können da gute Hilfe leisten. Zusätzlich macht es aber auch Sinn, professionelle Hilfe mit ins Boot zu holen. Als Beraterin kann ich da eine zusätzliche Qualität der Hilfestellung anbieten. 

Wie machst du das? Wie gehst du dabei vor?

Das Wichtigste ist, zunächst den Menschen hinter dem/der Ratsuchenden zu erkennen. Das ist Voraussetzung dafür, seine/ihre Bedürfnisse, Wünsche, Erwartungen und Ziele zu verstehen.  Am Anfang stehen das Zuhören und Nachfragen.

Wenn Entscheidungsängste und Stress im Vordergrund stehen, muss ich sie Ernst nehmen,  indem ich aufzeige, dass es immer möglich ist, einen eingeschlagenen Kurs zu ändern oder dass es nicht unbedingt darum geht, die 100%-ig richtige, sondern eine gut vorbereitete Entscheidung zu treffen und eigene Erfahrungen damit zu machen. Wenn sich herausstellen sollte, dass man mit der Entscheidung nicht zufrieden ist, muss man seine Ziele eben neu justieren. Das sind dann keine Niederlagen oder Fehler, sondern wichtige Erfahrungen für das weitere Leben.

Erst wenn die zuvor genannten Aspekte geklärt sind, sprechen wir über konkrete Möglichkeiten und Wege.

Was macht, deiner Meinung nach, eine gute Beratung für MaturantInnen aus?

Es müssen alle Aspekte und Faktoren berücksichtigt sein, die jede gelingende Beratung als Voraussetzungen haben: Empathie und Verständnis, Vertrauen aufbauen, Struktur geben und das Fachwissen bestmöglich und auf die individuelle Situation abgestimmt einbringen. Das Ziel ist nicht, den Weg vorzugeben oder die Entscheidung abzunehmen, sondern die potenziellen Pläne, Wege darzulegen, sie objektiv auszubreiten, das Für und Wider zu erläutern und damit zu einer eigenen, selbstbestimmten Entscheidung verhelfen.

Habe ich das Anliegen meiner KundInnen verstanden, mit ihnen darauf aufbauende, stimmige Wege erarbeitet, zielführende Informationen bereitgestellt, Denkstöße zu weiteren Überlegungen gegeben? Wenn ich vieles davon, für mich, mit einem Ja beantworten kann, dann war es, für mich, eine gelungene Beratung. Und, wenn die KundInnen das auch so empfinden und sich bedanken, dann freu ich mich, nach wie vor, jedes Mal riesig darüber.

Aber brauchen MaturantInnen überhaupt eine Beratung? Heute findet man sowieso alles im Internet, die jungen Leute sind damit aufgewachsen und können damit perfekt umgehen.

Das höre ich nicht zum ersten Mal, aber Beratung ist etwas anderes und viel mehr als Information. Information ist ein kleiner Bestandteil der Beratungsarbeit. Ich hoffe, ich konnte das mit meinen Antworten auf deine Fragen hier einigermaßen klar vermitteln.

Danke Anita, das klingt danach, als ob unentschlossene MaturantInnen bei dir gut aufgehoben sind.

Das hoffe ich! Ich bemühe mich jedenfalls sehr darum. Vielen Dank auch für die Gelegenheit, diesen Bereich meiner Arbeit aus meiner Sicht vorstellen zu dürfen.