Angebote zur sozialen Unterstützung burgenländischer Familien

Netzwerk Kind

„Frühe Hilfen“ ist ein kostenloses, psychosoziales Begleitangebot für Familien mit Kindern unter drei Jahren. Damit sollen vor allem die sozialen und gesundheitlichen Chancen von Familien mit höheren Belastungen verbessert werden. Bei Bedarfsanmeldung erfolgt zu Beginn die persönliche Kontaktaufnahme durch den/die FamilienbegleiterIn. Bei diesem Treffen wird die familiäre Situation abgeklärt und der Unterstützungsbedarf erhoben. Der Kontakt zu den Familien erfolgt aktiv, bedarfsgerecht und individuell. Das Angebot erstreckt sich von persönlicher Beratung, über die Begleitung bei Behördenwegen, bis hin zu Anleitung und Unterstützung bei Pflege, Versorgung und Erziehung des Kindes. Themenbereiche sind beispielsweise die Förderung einer sicheren Eltern-Kind-Bindung, Informationen zu weiterführenden Unterstützungsleistungen und finanziellen Leistungen oder die Vernetzung mit anderen Eltern-Kind-Angeboten.

Derzeit wird die Unterstützung in den Bezirken Eisenstadt und Umgebung, Mattersburg, Neusiedl am See und Oberpullendorf angeboten. Erreichbar ist die Servicestelle unter der Telefonnummer 02682/6085700, der E-Mail-Adresse netzwerkkind@bgkk.at oder über die Homepage.

Notfallmama

Das Leben ist leider nicht immer planbar. Von Zeit zu Zeit können sich unerwartete Engpässe in der Kinderbetreuung ergeben. Erkrankt eines oder mehrere der Kinder, stellt das oft eine große Hürde in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie dar. Betrifft der Krankheitsfall die Eltern oder das Elternteil, kann das ein genauso großes Problem bedeuten. Deshalb gibt es in den Bezirken Eisenstadt Umgebung und Neusiedl am See das Projekt „Notfallmama“. Kurzfristige und akute Betreuungsengpässe bei Erkrankungen können unter der Telefonnummer 0664/6203040 gemeldet werden. Eine Projektmitarbeiterin sucht dann eine burgenländische Einrichtung oder private Betreuungsperson, die den Betreuungsbedarf abdecken kann. Der Bedarf muss am Vortag gemeldet werden, so dass die Notfallmama am nächsten Morgen bei den Familien zu Hause ihren Dienst beginnen kann. Dies ist stundenweise für maximal drei Tage pro Krankheitsfall und nur tagsüber möglich. Dabei ist mit Kosten von acht bis zehn Euro pro Stunde zu rechnen.

Rainbows Burgenland

Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht Kinder und Jugendliche, die von Trennung oder Scheidung der Eltern oder Todesfällen in der Familie betroffen sind, professionell zu unterstützen. Für Kinder zwischen vier und 13 Jahren gibt es beispielsweise eigene Rainbows Youth-Gruppen, in denen in Kleingruppen die Verarbeitung des Verlusts professionell unterstützt werden kann. Die Standorte dieser Gruppen sind in Eisenstadt, Gols, Neusiedl am See, Oberpullendorf, Pinkafeld, Güssing und Jennersdorf. Sie starten jeweils im März und Oktober. Beim Angebot fällt ein nicht unerheblicher Kostenbeitrag an, aber Ermäßigungen und Teilzahlungen sind in Ausnahmefällen möglich. Ebenfalls angeboten werden Einzel- und Familienbegleitungen, Feriencamps, Beratung und Coaching oder auch Beratungsveranstaltung zum richtigen Umgang mit Kindern in dieser veränderten Familiensituation. Informationen zu den Angeboten und eine Kostenübersicht finden sich auf der Homepage, unter der Telefonnummer 0676/ 837 303 13 oder der E-Mail-Adresse u.buelow@caritas-burgenland.at.

Verein Alleinerziehend

Die Plattform „Alleinerziehend aber nicht allein“ unterstützt alleinerziehende Elternteile bei der Bewältigung des Alltags. Auf der zugehörigen Webseite findet sich ein großer Informations-Pool und eine Auflistung vieler kostenloser Beratungsstellen, wie beispielsweise psychosoziale Unterstützungsangebote für Personen in belastenden Situationen, Familienseelsorge, Beziehungs- und Erziehungsberatung, Familienrechtsberatung oder Jugendämter. Auch eigene Leitfäden zu Themen wie Alimente, rechtliche Situation oder Besuchszeiten sind online zu finden. Erreichbar ist die Homepage unter www.alleinerziehend-e.com.

mia – Miteinander Auszeit

Eine Familie zu haben ist oft auch mit Anstrengungen verbunden. Die pro mente Reha „mia – miteinander Auszeit“ soll Familien dabei unterstützen Abstand vom belastenden Alltag zu gewinnen und neue Kraft für die Bewältigung des Alltags zu schöpfen. In einem 21-tätigen stationären Aufenthalt im Zentrum in Bad Hall können Eltern und Kinder ihre psychische Gesundheit präventiv gemeinsam stärken. Das Angebot ist für Mütter und Väter, denen aufgrund unterschiedlicher Belastungsfaktoren Befindlichkeitsstörungen oder Erkrankungen drohen. Eltern aus ganz Österreich können das Angebot mit ihren Kindern zwischen zwei und 12 Jahren in Anspruch nehmen. Die Belastungen können beispielsweise die Verantwortung als AlleinerzieherInnen, Familienzerrüttung, Trennung, Erkrankungen oder Todesfälle eines Familienmitglieds, Erziehungsprobleme, etc. betreffen.

Zu Beginn wird ein Behandlungsplan erstellt, der aus verpflichtenden Gruppentherapien, individuellen Einheiten und frei wählbaren Teilen besteht. Hier ist eine psychologische, psychotherapeutische Betreuung, sowie eine Beratung durch eine/n SozialarbeiterIn oder eine Erziehungsberatung vorgesehen. Während die Eltern in therapeutischer Behandlung sind, werden die Kinder von ausgebildeten BetreuerInnen begleitet. Schulpflichtige Kinder werden für die Aufenthaltsdauer mittels Antrag beim Landesschulrat von der Schule freigestellt. Der mitgebrachte Schulstoff soll aber während der Reha-Dauer mit Hilfe von ausgebildeten PädagogInnen weiter bearbeitet werden, so dass die Versäumnisse nicht zu groß ausfallen. Die freien Phasen sollen die Eltern mit ihren Kindern stressfrei miteinander verbringen. Die Antragsstellung erfolgt über den/die eigene/n HausärztIn und ist mit dem Vermerk „mia – Miteinander Auszeit“ beim zuständigen Sozialversicherungsträger einzureichen. Weitere Informationen zur Familienreha finden Sie auf dieser Webseite.

MOKI Burgenland

Kranke Kinder fühlen sich am wohlsten in ihrer vertrauten Umgebung. Deshalb bietet der Verein „Mobile Kinderkrankenpflege im Burgenland“ – kurz MOKI – eine Krankenbegleitung durch ein multiprofessionelles Team von zu Hause aus. Für das Wohlbefinden der Kinder ist auch die psychosoziale Betreuung der Familie nicht unerheblich. Das Angebot beginnt bei Hausbesuchen für Jungfamilien, die noch unsicher mit ihren Säuglingen sind und reicht über die mobile Kinderhospiz- und Palliativversorgung für sterbende Kinder und deren Familien. Die Kosten reichen von spendenfinanzierten Gratisangeboten bis hin zu Angeboten mit günstigen Solidaritätsbeiträgen. Eine Angebotsübersicht erhält man auf der MOKI-Webseite.

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