Was bringt eigentlich ein MBA?

MBA ist die Abkürzung für „Master of Business Administration“. Diese Ausbildungsform gibt es bereits seit 30 Jahren. Zu Beginn war die Skepsis ob der neuen Zusatzqualifikationen bei den Firmen groß. Zehn Jahre später wurde der MBA zum Standard für Personen, die beruflich aufsteigen wollten. Firmen zahlten ihren High Potentials die Ausbildung, mussten aber auch das Gehalt erhöhen, da sich ihre AbsolventInnen ansonsten einfach abwerben ließen. Gleichzeitig stieg natürlich der Preis der Ausbildung, aber auch die Qualität.

Wie sieht es aber heute aus? Laut einer aktuellen Reportage des Gewinn-Magazins hat die hohe Anzahl der AbsolventInnen und die große Konkurrenz von Bachelor- und Master AbgängerInnen dazu geführt, dass für Personalchefs nun Erfahrung und Erfolge mehr wert sind als ein Titel. Auch die große Anzahl an Anbietern – derzeit ca. 300 im deutschsprachigen Raum – drücken das Qualitäts- und Preisniveau.

Was also bringt ein MBA? Laut AbsolventInnen zunächst einmal Erkenntniszuwachs und nützliche Kontakte. Aber auch durchschnittlich zwischen zehn und 15 Prozent mehr Gehalt, glaubt man Karl Lang – Deputy Head of HR CEE bei Siemens. Allerdings erhält man diese Gehaltserhöhung nicht mehr automatisch, sondern erst beim nächsten Karriereschritt (der ohne Studium wahrscheinlich nicht möglich wäre).

Insgesamt gibt es drei Kategorien von MBAs. Zunächst einmal den „General MBA“ für NeueinsteigerInnen in der Unternehmensführung. Die „Professional MBA“ sind spezialisierte Ergänzungen. Hier ist allerdings ein Abschluss in einer der internationalen Kaderschmieden die beste Wahl, um den Lebenslauf aufzuschmücken. Die dritte Kategorie ist der „Executive MBA“ oder „Global Executive MBA“. Dieser ist für Geschäftsführer und Vorstände konzipiert und kostet auch dementsprechend.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass ein MBA nicht schadet, aber auch nicht besonders viel bringt. Es sei denn, man hat ihn im Ausland absolviert. Und zwar an einer der internationalen Kaderschmieden, die jedes Jahr von der Financial-Times gerankt werden. Diese Ausbildungen sind sehr teuer und oft auch einem besser verdienenden Wunschpublikum aus Westeuropa vorenthalten. Auf der Liste befinden sich die INSEAD in Frankreich, die Standfort Graduate School of Business, die Wharton Business School in Philadelphia, die Harvard Business School, die London Business School oder die IESE Business School in Barcelona.

Österreichische Anbieter fehlen im Ranking, da sie im internationalen Vergleich durch die fehlende internationale Geschäftstätigkeit nahezu bedeutungslos sind.